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20.10.2014

Ministerin: Prostituierte brauchen besseren Schutz und Beratung

Irene Alt fordert, Prostituierte noch besser zu schützen und ihre Rechte zu stärken. Hierfür müssten die Arbeitsbedingungen und in vielen Fällen auch die Lebensbedingungen der Frauen verbessert werden.

In einer aktuellen Stunde des Landtags zur Situation der Prostituierten in Rheinland-Pfalz sagte Alt: „Ich halte ein aufsuchendes Angebot der Gesundheitsämter zur sozialen Beratung und freiwilligen gesundheitlichen Untersuchung für gut. Außerdem müssen wir aber auch die Vernetzung von Beratungseinrichtungen zum Thema Prostitution und Beratung weiter vorantreiben.“

Alt befürwortet auch die bessere Regulierung der Prostitutionsstätten zum Beispiel durch das Gewerbeaufsichtsamt, sowie einen besseren aufenthaltsrechtlichen Schutz von Opfern von Menschenhandel. „Opfer von Menschenhandel müssen einen sicheren Aufenthaltsstatus bekommen. Denn nur dann werden sie sich zu einer Anzeige der Täter und einer Zeugenaussage vor Gericht entschließen. Droht ihnen jedoch nach Beendigung des Gerichtsverfahrens die Abschiebung, werden sie ihr Schicksal vermutlich eher noch länger ertragen.“

Die Bestrafung von Freiern, die die Lage von Zwangsprostituierten wissentlich ausnutzen, lehnt Ministerin Alt aber ab. „Da dieser Vorsatz kaum nachzuprüfen ist,  wird diese Regelung ins Leere laufen.“ Ausdrücklich lehnt Alt es auch ab, für Prostituierte ein Mindestalter von 21 Jahren einzuführen. „Eine solche Regelung wird jüngere Frauen kaum davon abbringen, ihrem Gewerbe nachzugehen. Sie werden hierdurch lediglich in die Illegalität gedrängt, wo sie Freien und Zuhältern schutzlos ausgeliefert sind. Dies müssen wir auf jeden Fall vermeiden.“

In Rheinland-Pfalz arbeiten schätzungsweise 20.000 Prostituierte, wobei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Eine Anhörung zur Situation der Prostituierten in Rheinland-Pfalz vor dem Ausschuss für Gleichstellung und Frauenförderung im März 2014 hatte ergeben, dass zum einen die Beratungsangebote für die Frauen sehr wichtig sind und dass sie zum anderen mehr Angebote des Gesundheits- und Arbeitsschutzes brauchen. Im Bund wird derzeit an der Novellierung des Prostitutionsgesetzes gearbeitet.

 

 

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